Der Besuch beim technischen Hilfswerk unseres Landkreises war ausgesprochen spannend. Viel mehr noch als Feuerwehr und Rettungsdienst arbeitet das THW oftmals fernab der öffentlichen Wahrnehmung. Und dabei sind die Helfer für größere Einsatzgeschehen unverzichtbar.
Das THW in unserem Landkreis verfügt momentan über acht aktive Einsatzkräfte. Neben der klassischen Bergungsgruppe ist mittlerweile auch die so genannte Fachgruppe N gebildet worden. Damit hilft das THW nicht nur bei Bergungsaufgaben, sondern kann zum Beispiel Einsatzstellen ausleuchten, die Stromversorgung übernehmen oder auch mit Warmwasser und Sanitäranlagen unterstützen.

Besonders bemerkenswert ist die sehr starke Ausbildung vor Ort. Aktuell befinden sich 18 Kameradinnen und Kameraden in der Grundausbildung, um nach dem erfolgreichen Abschluss in die Einsatzabteilung zu wechseln. Die personelle Zukunft des Technischen Hilfswerks in unserem Landkreis sieht damit sehr gut aus. Und auch die technische Ausstattung hat in den letzten Jahren einen großen Qualitätssprung nach vorn gemacht.
Neben dem neuen Gerätekraftwagen plant der Bund bereits die Bereitstellung weiterer Fahrzeuge und auch den Neubau einer großen Fahrzeughalle. Sowohl die geographische Lage als auch der überdurchschnittliche personelle Aufwuchs sorgen für dieses Wachstum.

Auf die Frage, wo der Schuh drückt und wo der Landkreis diese Organisation besser unterstützen kann, wurde mir berichtet, dass es zum Beispiel im Bereich der Funkausbildung durchaus mehr gemeinsame Übungs- und Unterrichtseinheiten geben kann. Das Thema Funk ist generell ein Thema, da hier auch andere Hilfs- und Rettungsorganisationen ähnliche Probleme in der Zusammenarbeit beschreiben.
Was mich offengestanden sehr geärgert hat, ist die unterschiedliche Behandlung bei der Corona-Schutzimpfung. Während der Landkreis die Impfung der Einsatzkräfte der Feuerwehr richtigerweise vorangetrieben hat, wurde dieses für das THW abgelehnt. Die Gründe dafür erschließen sich mir nicht. Fakt ist aber, dass bei größeren Schadenslagen, wie zum Beispiel dem Scheunenbrand in Griebo vor einigen Tagen, das THW genauso zum Unfallort eilt, wie die Feuerwehr.

Solche Unterscheidungen wird es mit mir als Landrat nicht geben. Die ehrenamtlichen Kräfte im Bereich des Brand – und Katastrophenschutzes sind ohne Wenn und Aber gleich zu behandeln, denn wir brauchen sie alle.
Für die Zukunft haben wir einen engeren und regelmäßigen Austausch vereinbart. Ziel ist eine engere Verzahnung im Landkreis, die am Ende auch zum Beispiel im Bereich der Nachwuchsgewinnung für alle ein Gewinn sein kann und soll.