Der Wittenberger Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG hat am Wochenende die Technik aus dem Winterschlaf geholt. Die Einsatzgruppe des Vereins mit 160 Mitgliedern hat dazu die Wasserfahrzeug überprüft und den Aktiven gleich die Möglichkeit gegeben, mit der komplexen Technik wieder vertraut zu werden.

Die Ausbildung, die mit einem Corona-Schnelltest für alle begann und unter Beachtung der Abstandsregeln durchgeführt wurde, war eine willkommene Möglichkeit für die Retter, ihre Verfahren und vor allem die Kommunikation untereinander wieder aufzufrischen.
Die vier Boote der DLRG rücken immer dann aus, wenn es heißt: Person im Wasser oder Person im Eis. Die Aufgabe der DLRG ist genau wie die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes der Wasserrettungsdienst. Wir sind im Landkreis Wittenberg in der komfortablen Situation, dass wir beide Organisationen vor Ort haben. Wir brauchen sie aber auch: Insgesamt gibt es im Landkreis riesige 47,19 Quadratkilometer Wasserflächen. Allein die Elbe durchschneidet auf fast 100 Kilometern den Landkreis in zwei Hälften. Die Gefahr, in eine lebensbedrohliche Situation zu kommen, kann jeden betreffen. Das naseweise Kind am Bergwitzsee kann genau so in Gefahr geraten wie der fitte Rentner, der beim Schwimmen einen Krampf bekommt.

Auch schon vor Corona war die Rettung von Menschenleben am Wasser wichtig. Eine der effektivsten Rettungsmaßnahme gegen Ertrinken setzt viel früher an: bei der Schwimmausbildung. Da hat sich die DLRG bisher stark engagiert. Jetzt liegen viele der Schwimmausbildungen wegen der Pandemie buchstäblich auf Eis. Damit bricht nicht nur eine Einnahmequelle für den Ortsverband weg, sondern die Zahl der zukünftigen Einsätze wird – und das ist reine Mathematik – größer.
Aber auch an anderer Stelle hat Corona Spuren bei den Rettern hinterlassen: Durch fehlende Veranstaltungen wurde die DLRG auch weniger zur Absicherung angefragt. Nun fehlen wichtige Einnahmen um die ehrenamtliche Arbeit zu finanzieren.
Die Kameradinnen und Kameraden im Wasserrettungsdienst leisten ihre wichtige Aufgabe in der Blaulichtfamilie im Ehrenamt. Unsere Gesellschaft ist auf diese freiwilligen Helfer angewiesen.
Genau wie die Männer und Frauen der Feuerwehr, die für uns buchstäblich durchs Feuer gehen, haben auch die Kameraden im Wasserrettungsdienst einen Anspruch darauf, dass wir ihnen die besten Mittel zur Verfügung stellen, um ihre gefährliche Aufgabe wahrzunehmen. Dazu gehört aber neben der Technik, die in den letzten Jahren durchaus in Top-Form angeschafft wurde, und einem hochmodernen Neubau des Wasserrettungszentrums an der Elbe ein abgestimmtes Konzept, wie die Kameraden fit und vertraut mit ihrer High Tech bleiben – und natürlich Übungsmöglichkeiten mit anderen Teilen der Blaulicht-Community im Landkreis. Das beginnt bei der Wasserwacht, geht über die Feuerwehren und Polizei bis zum SAR-Hubschrauber der Bundeswehr in Holzdorf. Die DLRG Wittenberg wünscht sich ein funktionierendes Wasserrettungskonzept und eine engere und unkompliziertere Abstimmung mit dem Landkreis.
Die Sicherheit der Bürger ist einer meiner wichtigsten Schwerpunkte bei der Arbeit im Kreistag und als neuer Landrat. Den Männern und Frauen, die ihre Freizeit opfern, um für unsere Gemeinschaft großes zu leisten, kann man nicht genug danken. Sie machen das Leben hier nicht nur sicherer, sondern lebenswert. Helfen Sie mir dabei, den Wasserrettern als neuer Landrat optimale Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen!