Nachdem im letzten Jahr durch Corona alle Veranstaltungen abgesagt wurden, droht auch in diesem Jahr Ungemach. Neben Corona gibt es aber noch ganz andere Probleme, über die wir im Zusammenhang mit Ferropolis sprechen müssen. Die dauerhafte Freigabe des Gremminer Sees und Entlassung aus dem Bergrecht ist wichtig und muss weiter vorangetrieben werden. Nicht nur um nach der Krise wieder durchstarten zu können, sondern auch mit der Entwicklung und Erschließung des Sees voran zu kommen. Auch die Deponiepläne in Jüdenberg sehe ich deshalb sehr kritisch. Letztlich schadet sie der Entwicklung der Region! Darüber habe ich mich heute mit dem Gräfenhainichen Bürgermeister Enrico Schilling vor Ort unterhalten.

Am dringlichsten ist aber der Weg aus der Corona-Krise. “Ferropolis hat keine Hilfen aus der Überbrückungshilfe III erhalten, weil es eine mehrheitlich kommunale Gesellschaft ist. Es gibt keine Veranstaltungen, damit keine Einnahmen und bis heute kaum eine Planungsperspektive” so Bürgermeister Enrico Schilling. Der Museumsbetrieb im Außenbereich läuft schleppend und ist erst seit wenigen Wochen überhaupt erst wieder erlaubt. Wenn am kommenden Sonnabend der Eintritt nur mit negativem Corona-Schnelltest erfolgen kann, könnten die Besucher noch zurückhaltender sein. Damit ist der Betrieb dieses einzigartigen industriekulturellen Museums wirtschaftlich nicht machbar.

Im letzten Jahr konnte zumindest ein Teil der Einnahmen dadurch kompensiert werden, dass man Camping auf den Freiflächen angeboten hat. Aktuell ist aber auch das nicht erlaubt. Ein großes Dilemma für Ferropolis, eines der nationalen und internationalen Aushängeschilder unseres Landkreises. Tradition und Kultur werden hier touristisch vernetzt und damit zum Wirtschaftsfaktor in der Region.

Stufenweise muss es jetzt Wege zurück zum Alltag geben, wenn die Lage es zulässt: Nicht nur für den Museumsbetrieb und das Campingangebot, sondern auch durch ein Modellprojekt für Konzerte und Großveranstaltungen. In Ferropolis gibt es da schon ganz konkrete Ideen mit Konzerten bis zu 5.000 Gästen unter Pandemiebedingungen, unbestuhlte Freiluftveranstaltungen und weitere Formate, die schon im Sommer 2021 umsetzbar wären.

Hier kann der Landkreis mitdenken und die Entwicklung konstruktiv begleiten. Ich jedenfalls werde mich dafür einsetzen, dass es mit der Stadt aus Eisen schnell wieder aufwärts geht!