Ich habe mich mit Christian und Michael Pirl in Wörlitz zum Gespräch getroffen. Die beiden Inhaber des Ringhotel „Zum Stein“ führen den Familienbetrieb, der von der Corona-Krise ebenso gebeutelt ist, wie die vielen anderen Gastronomen und Beherbergungsbetriebe in unserem Landkreis. Ich wollte wissen, wie es dem Unternehmen jetzt geht, mit welchen Strategien man aus der Krise kommt und welche Themen hier in Zukunft eine besonderes große Rolle spielen.
Klar ist, dass die Schließungen von Hotels und Restaurants weitestgehend zu vollständigen Umsatzeinbrüchen geführt haben. Auch wenn die staatlichen Hilfsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen das Schlimmste verhindert haben, so hinterlässt doch eine derartige Schließung Spuren. Besonders dramatisch ist der Fachkräftemangel, der in dieser Lage noch einmal verstärkt worden ist.
Mitarbeiter, die in Kurzarbeit gehen mussten, hatten manchmal keine andere Möglichkeit, als sich grundsätzlich einen neuen Job suchen zu müssen. Diese Fachkräfte fehlen jetzt, wo der Betrieb wieder anläuft. Und das ist eine Situation, die sich nicht von heute auf morgen lösen lässt. Gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen, der Bundesagentur für Arbeit, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft aber auch unserer Kreishandwerkerschaft, die zum Beispiel ein eigenes Job-Portal betreibt, möchte ich mich in den kommenden Wochen auf die Suche nach Fachkräften für diese Branche machen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig für unseren Landkreis, deshalb müssen wir das Personalproblem angehen.
Zum Weg aus der Krise hat Michael Pirl einen ganz besonderen Weg gefunden. So hat er sich kurzerhand entschlossen, die Impfung aller Mitarbeiter seines Hauses und darüber hinaus der anderen Beherbergungsbetriebe in Wörlitz selbst zu organisieren. Am Dienstag begann diese Aktion und sie dient natürlich dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, damit aber auch der Gäste und der Aufrechterhaltung des Betriebes. Eine vorbildliche Aktion, von der ich hoffe, dass sie Schule macht und wir auch über diese Kanäle die Impfquote weiter steigern können.
Themen für die zukünftige Entwicklung des Tourismus in unserem Landkreis gibt es mehr als genug. Das Thema der überregionalen Zusammenarbeit habe ich bereits an anderer Stelle benannt. Auch in diesem Bereich Können wir zum Beispiel gemeinsam mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld und der Stadt Dessau-Roßlau noch einige Synergie-Effekte heben. Die gemeinsame Welt-Erbe-Region mit der WelterbeCard ist hier ein gutes Beispiel.
Aber auch die Welterbe-Buslinie, die wir über den Kreistag vor einigen Jahren installiert haben und die nun noch eine bessere und attraktivere Taktung bekommen muss. Eines steht fest: in Wörlitz steckt man den Kopf nicht in den Sand. Genauso wenig wie überall sonst im Landkreis. Die Gastronomen und Hoteliers planen bereits intensiv die touristische Zukunft und das ist gut so. Sie sprudeln vor Ideen und konkreten Vorstellungen. Diese möchte ich in Zukunft gerne aufnehmen und für unseren gesamten Landkreis nutzbar machen.