Mit Axel Mitzka, dem Vorsitzenden des Vereins Dübener Heide e.V., habe ich mich auf der Blühwiese am Wachtmeister ganz im Süden des Landkreises getroffen. Was auf den ersten Blick nach einem eher unscheinbaren Fleckchen Erde aussieht, ist in Wirklichkeit ein sehr spannendes und vor allem erfolgreiches Projekt des Naturparks.
Über Crowdfunding, also einer Gruppenfinanzierung einer Vielzahl von einzelnen Personen, beschaffte sich der Verein die notwendigen finanziellen Mittel um die circa drei Hektar große Wiese zu erwerben. Der Biber hat mit seinen Staudämmen dafür gesorgt, dass die Wiese regelmäßig vernässt war und somit für die Landwirtschaft nicht mehr nutzbar.
Der Naturpark hatte so die Möglichkeit, aus der Fläche ein wertvolles FFH-Gebiet (Gebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) entstehen zu lassen. Das Besondere daran: die Geldgeber beteiligen sich an der regelmäßigen Pflege der Wiese und lernen so etwas über die heimische Flora und Fauna. Außerdem ist es dem Naturpark damit gelungen, auch Firmen zu teambildenden Maßnahmen für das Thema Ökologie und Umweltschutz zu gewinnen.
Für mich ist es beeindruckend, wie ehrenamtliches Engagement und kreative Köpfe aus einer vernässten und nicht nutzbaren Fläche dann ein so vielfältiges Projekt auf die Beine gestellt haben. Der Landkreis Wittenberg ist Mitglied des Heidevereins, und das wird er auch bleiben! Es ist die geringste Form der Unterstützung, die der Landkreis der wertvollen Arbeit dieses Vereins und damit dem Naturpark geben kann.
Und ich meine, dass da noch mehr geht: Zum Beispiel beim regionalen Biber-Management. Für Sachsen ist der Naturpark bereits als solches tätig und hatte daher ausgezeichnete Kompetenzen. Ich will mich darum kümmern, dass dieses Know-How auch in unserem Landkreis genutzt wird.

Dass der Biber eine geschützte Art ist, ist unstrittig. Dass er aber auch lokal Probleme bereitet, ist ebenso klar. Deswegen gehört die Verantwortung für dieses Thema auch in die Region, vor Ort, wo die Betroffenen und Beteiligten leben und arbeiten. Oft sind es jahrelange Erfahrungen mit den örtlichen Gegebenheiten, die zu einer wirklichen Problemlösung beitragen. Hier kann der Landkreis gemeinsam mit dem Naturpark Wissen und Ressourcen bündeln, um dieses Thema zielgerichtet und vor allem erfolgreich zu bearbeiten.
Und neben alledem empfehle ich jedem einen Ausflug in die Dübener Heide. Das Angebot des Naturparks bietet für jeden etwas, egal welcher Altersgruppe. Hier kann man Natur entdecken, viel über unsere Heimat lernen, sich ehrenamtlich engagieren und es ist ein wunderbarer Fleck zum Leben.