Wenn über den Funk des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis der Rufname “Kater Wittenberg 11/7” ertönt, bedeutet es das Ausrücken der SEG Wittenberg. SEG steht dabei für Schnelleinsatzgruppe. Diese Einheit des Brand-und Katastrophenschutzes wird von der Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben und hat bis zum Ausrücken nur 45 Minuten Zeit.
Insgesamt 46 ehrenamtliche Helfer bilden die SEG, welche immer dann gerufen wird, wenn es eine größere Zahl von Verletzten gibt oder der normale Rettungsdienst mit seinen Mitteln nicht ausreichen würde. Und das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn es auf der Autobahn zu einem größeren Unfall kommt oder bei Großbränden, also bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) oder anderen Großschadenslagen.
Neben einem geländegängigen Krankentransportwagen auf der Basis eines Unimogs gibt es noch weitere Exoten bei der SEG zu sehen. Zwei sogenannte “Unfallhilfsplätze” sind eine Art Krankenzimmer auf einem Lkw-Anhänger. Dieser Container ist nach beiden Seiten ausfahrbar und enthält je ein Intensivbett und sechs Pflegebetten.

Daneben betreibt die Schnelleinsatzgruppe ein Führungsfahrzeug, dass gleichzeitig Funk-, Besprechungs- und Büroraum für eine Einsatzleitung bei Großeinsätzen sein kann. Im Fachjargon heißt dieser ehemalige Volksbank-Bus dann “ELW2”. Sowas gibt es sonst im Landkreis nur noch ein Mal. Ein vergleichbares Fahrzeug ist beim DRK zu finden (da ist es ein ausrangierter Sparkassen-Bus), dass im Einsatzfall als Personenauskunftsstelle vorgesehen ist.

Bei meinem Besuch in Kemberg äußerten die Vertreter der schnellen Einsatzgruppe den Wunsch, zukünftig eine breitere Vernetzung zwischen allen Brand- und Katastrophenschutzeinheiten zu entwickeln und mit Leben zu erfüllen. Das ist nachvollziehbar, da durch diese Zusammenarbeit wertvolle Synergie-Effekte entstehen können. Als neuer Landrat will ich mich dieser Aufgabe annehmen.
Ein anderes Problem ist die Wartung und Instandhaltung der vorhandenen Technik. Aus meiner persönlichen Sicht muss sich der Landkreis hier mehr engagieren. Es ist wenig verständlich, dass man auf der einen Seite die Leistungen der SEG in Anspruch nimmt, aber zum Beispiel Reparaturarbeiten an einem Rettungswagen nicht unterstützt. Oder den Unterbodenschutz für den ELW2, der regelmäßig notwendig ist, nicht finanziert. Auch hier werde ich ansetzen, um Abhilfe zu schaffen.
Am Ende des Besuches steht für mich wieder einmal eines fest: wir können wirklich stolz auf unsere ehrenamtlichen Kräfte im Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises sein. Nicht nur, dass diese ehrenamtlichen Kräfte mit ihrer Arbeit unsere gesamte Gesellschaft bei Gefahren und Katastrophen schützen, Sie sorgen gleichzeitig auch in vielen Stunden freiwilliger Arbeit für Ihre Einsatztechnik. Für all das kann man nie genug danke sagen.