Kategorien
Aktuelles

Was heute wichtig ist: Tesvolt, Landwirte und Naturschutz und freche Pläne im Rettungsdienst. – 25.05.2021

Tesvolt! Ein Unternehmen, auf dass wir als Landkreis insgesamt stolz sein können. Im besten Sinne ist hier aus einem Startup ein Global Player geworden. Weltweit in über 2000 Projekten ist das Unternehmen unterwegs und hilft, die Energiewende pragmatisch umzusetzen.

Durch die Speicherlösungen wird eine der großen Schwächen von regenerativen Energieträgern ausgeglichen: die kontinuierliche Verfügbarkeit. Ohne Sonne gibt es weniger Solarstrom, ohne Wind keine Windenergie. Mit intelligenten Speicherlösungen gibt es für dieses Problem aber eine Lösung, die in ihrer Umsetzung visionär ist.

Mit Daniel Hannemann und Simon Schandert sind aber auch die Köpfe des Unternehmens visionär. Die Art der Unternehmensführung und die Unternehmensstrategie sind deren Handwerk, und das beherrschen sie hervorragend. Das zeigt, dass die Menschen aus unserer Heimat schon immer – so auch heute – Großes leisten können.

Als Landrat will ich genau solche Prozesse unterstützen: Vernetzung mit Forschungseinrichtungen, Fördermittelaquise, Nachwuchsgewinnung und Investitionsbegleitung sind dabei nur ein paar Stichworte, die ich für eine starke Wirtschaft im Landkreis weiter entwickeln werde.

Politik im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz muss man mit Augenmaß machen.
Politik im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz muss man mit Augenmaß machen.

Landwirtschaft hat in unserem Landkreis einen extrem hohen Stellenwert. Sie ist Arbeitgeber, ernährt uns und schafft in vielfältiger Weise einen Mehrwert für unsere Gesellschaft. Dabei ist Landwirtschaft Sinnbild für das urtypische Zusammenwirken und Zusammenleben von Mensch und Natur. Die Jessener MZ hat sich angeschaut, wie in Berlin gerade Politik zwischen Bauern und Bienen gemacht wird.

Für mich ist das daher auch eine der nachhaltigsten Wirtschaftsformen. Schon deshalb muss es fair zugehen! Insektenschutz ist natürlich wichtig. Wir wissen alle, das zum Beispiel das Bienensterben dramatische Folgen für unsere Natur hat. Auch die Landwirte wissen das. Aber das kann nicht bedeuten, dass diese gesamtgesellschaftlichen Aufgaben auf dem Rücken der Landwirte abgeladen werden, die in den letzten Jahren genug zu kämpfen hatten.

Das Ansinnen von Bundestag und Bundesregierung ist richtig, aber nicht zu Lasten der Bauern. Hier erwarte ich in Berlin die Berücksichtigung der berechtigten Interessen vor Ort. Mit Sepp Müller weiß ich da einen festen Partner an der Seite des Landkreises und der Bauern. Gemeinsam mit diesem Netzwerk möchte ich als Landrat für die Interessen der Bauern streiten.

Die Forderung, die Leitstellen im Kreis auf drei zu reduzieren, halte ich für frech.
Die Forderung, die Leitstellen im Kreis auf drei zu reduzieren, halte ich für frech.

Nur noch drei Leitstellen statt 13 für ganz Sachsen-Anhalt? Die Position des Chefs der Barmer Krankenkasse in Sachsen-Anhalt ist – vorsichtig formuliert – frech! Das Ansinnen, die Leitstellen im Land zu reduzieren, ist nicht neu, wird aber am vermeintlichen Problem der Rettungsdienstzeiten nichts ändern. Im Gegenteil! Ich bin der Meinung, dass die Ortskenntnis der Disponenten in den Leitstellen ebenso wichtig ist, wie die regionale Vernetzung mit den Rettungs- und Brandschutzeinheiten.

Außerdem können mehrere Leitstellen den Ausfall einer benachbarten Leitstelle einfacher kompensieren. Wieso eine Reduzierung der Leitstellen die Fahrzeit eines Rettungswagens verkürzen soll, erschließt sich mir nicht. Wir haben im Landkreis in den vergangenen Monaten durch zusätzliche Rettungswachen das Netz enger gezogen.

Durch zusätzliche Rettungswagen erreichen wir jetzt schneller auch die abgelegeneren Orte. Das hätte aber alles auch viel schneller umgesetzt werden können, wenn die Kostenträger, das sind nämlich die Krankenkassen, dieser Maßnahme eher zugestimmt hätten.

Der Vorschlag ist also bestenfalls Augenwischerei um von den selbst verursachten Problemen abzulenken. Ich kann dem Landrat von Anhalt-Bitterfeld, Uwe Schulze, da nur zustimmen, der alternativ vorschlug, lieber die Zahl der Krankenkassen zu reduzieren, wenn man im System Geld sparen will.

Ich lehne eine solche Initiative für unseren Landkreis ab und warne davor, mit einem unnötigen Eingriff in die Strukturen erneut Unsicherheiten zu schaffen. Das System hat sich bewährt und funktioniert!